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Kinderwunschzentrum Luzern  
Neue Frauenklinik Luzern  
Luzerner Kantonsspital  
6000 Luzern 16  
Telefon 041 205 35 35  
(09.00-12.00 und 14.00-16.30)  
Fax 041 205 35 36  
sprechstunde@kinder-wunsch.ch  
www.kinder-wunsch.ch  
adresse  
trans FRAGEN UND ANTWORTEN
   
 

Wann soll mit Abklärungen begonnen werden, wenn es nicht "klappt"?

Grundsätzlich gilt die Regel: Wenn es nach einem Jahr mit regelmässigem, mehrmals wöchentlichem Geschlechtsverkehr nicht zu einer Schwangerschaft gekommen ist, lohnen sich weitere Abklärungen.

Man sollte aber durchaus auch die persönliche Situation in diese Beurteilung einfliessen lassen, z.B. Alter, Dringlichkeit des Kinderwunsches und andere Symptome.

Bei Alter über 35 Jahren empfehlen wir, bereits nach ½ Jahr weitere Abklärungen vorzunehmen und gegebenenfalls eine Behandlung einzuleiten.
Bei ausgeprägten Zyklusstörungen oder gar völligem Ausbleiben der Periode ist es selbstverständlich sinnvoll, spätestens bei Beginn des Kinderwunsches weiter abzuklären.
Symptome, wie Menstruationsschmerzen sind ebenfalls ein Grund für eine vorzeitige Abklärung, unter Umständen schon vor beginnender Familienplanung.

Wichtig ist, zu wissen, dass Abklärungen auch gemacht werden können, ohne dass gleich anschliessend auch eine Therapie erfolgen muss.

 

Sind die Hormonbehandlungen ein Risiko für die Gesundheit der Frau?

Nein, mindestens hat die bisherige über viele Jahre dauernde Erfahrung keine langfristigen Auswirkungen gezeigt, auch nicht bei den für IVF/ICSI üblichen hohen Dosierungen. Über die Möglichkeit von Spätfolgen, die später als nach ca 20 Jahren auftreten, kann naturgemäss nichts gesagt werden, es ist aber nicht anzunehmen, dass sich noch erhebliche Risiken zeigen werden.
Kurzfristig besteht durchaus die Gefahr einer sogenannten Überstimulation. Neben der Vermeidung von  Mehrlingsschwangerschaften ist dies einer der Gründe, weshalb Hormonbehandlung immer noch unter genauer Ultraschall- und eventuell zusätzlicher Blutkontrolle erfolgen sollten.
Das Thromboserisiko ist wie z.B. auch bei einer Antibaby-Pille oder während einer Schwangerschaft als Folge der hohen Östrogenspiegel im Blut etwas erhöht.

 

Wie belastend ist eine IVF-Behandlung?

Die meisten Frauen finden die Behandlung an und für sich wenig belastend. Es ist ein deutlicher Zeitaufwand, aber von den Medikamenten spüren die meisten Frauen wenig Nebenwirkungen. Nur ausnahmsweise fühlen sich Frauen körperlich so belastet, dass sie sich schwer tun mit der täglichen Arbeit. Am schwierigsten empfinden die meisten Frauen das Warten auf den Schwangerschaftstest und dann den Umgang mit einem allenfalls negativen Resultat. Wie belastend das ist, hängt in erster Linie davon ab, wie zentral für sie der Kinderwunsch ist und wie sie resp. das Paar mit dem Thema umgeht. Eine psychologische Begleitung kann da sehr sinnvoll sein.

 

Kann man während einer Behandlung normal weiter arbeiten?

Die Ultraschall- und Blutkontrollen finden bei uns jeweils zwischen 7 und 8 Uhr statt, so dass die meisten Frauen anschliessend problemlos zur Arbeit gehen können. Lediglich für die Insemination, die Follikelpunktion und den Embryotransfer muss man später am Vormittag kommen können. Die körperliche Belastung durch die Hormone ist bei den allermeisten Frauen nur gering, so dass sie auch gut arbeiten mögen.

 

Gibt es nach IVF/ICSI mehr Missbildungen bei den Kindern?

Aufgrund der aktuellen Datenlage scheinen Kinder, die durch ICSI-Behandlung gezeugt worden sind möglicherweise ein leicht erhöhtes Risiko für Missbildungen zu haben.

 

Hat eine Schwangerschaft nach einer IVF-Behandlung mehr Risiken?

- etwas mehr Fehlgeburten und mehr Eileiterschwangerschaften als nach spontan eingetretener Schwangerschaft
- 15% der Geburten sind Zwillinge, welche mit höheren Risiken für Mutter und Kinder verbunden sind

 

Wie gross sind die Chancen für eine Schwangerschaft? Ein Kind?

Die Chancen für eine Schwangerschaft nach IVF/ICSI sind in erster Linie altersabhängig, entsprechend der altersbedingten Abnahme der Fruchtbarkeit. Sie sind bis 35 J. 30%, bis 40 J 20%, und ab 40 Jahren 10% pro Zyklus mit deutlich abnehmender Tendenz. Natürlich ist die Chance auch von individuellen Faktoren abhängig. Gerne werden wir Sie diesbezüglich beraten.
Die Chance für ein Kind hängt dann aber auch von der Fehlgeburtsrate ab, welche ebenfalls altersabhängig zunimmt: mit 25 Jahren 10-15%, mit 35 Jahren 25-30%, mit über 40 Jahren um die 50%.

 

Was kosten die Behandlungen? Zahlt die Krankenkasse einen Teil?

Ein Behandlungszyklus eines IVF kostet pauschal 3500 CHF, ICSI pauschal 3950 CHF, dazu kommen die Kosten für die Medikamente, welche sich je nach Präparat und Dosierung auf 500 bis 2500 CHF belaufen. Die Krankenkasse bezahlt leider nichts an eine solche Behandlung.
Behandlungen mit Hormonspritzen und Inseminationen werden grundsätzlich von den Krankenkassen bezahlt nach Bewilligung eines von uns gestellten Gesuchs durch den Vertrauensarzt. In der Regel werden die Hormonbehandlungen und 3 Inseminationen innerhalb eines Jahres bezahlt. Die Kosten sind variabel und richten sich nach dem Krankenkassen-Tarif.

Achtung: Auch wenn die Krankenkasse die Kosten der Behandlung übernimmt, wird die Krankenkasse einen Teil der Auslagen via Selbstbeteiligung und Franchise von Ihnen zurückverlangen.

 

Gibt es eine psychisch bedingte Kinderlosigkeit?

Es gibt bis heute keine wissenschaftliche Arbeit, die einen Einfluss der Psyche auf das Schwangerwerden nachgewiesen hat.
Dennoch haben wir oft den Eindruck, das ein Zusammenhang besteht.  Klar ist auch, dass der Kinderwunsch und der damit verbundene Stress Einflüsse auf die Psyche hat.
Eine psychologische Begleitung bieten wir in Zusammenarbeit mit Frau Marita Steiner an.

> Psychologische Begleitung

 

Sollte der Mann zu einem Urologen zur Abklärung gehen?

Wir empfehlen all jenen Männern eine urologische Abklärung, die eine schwere Fruchtbarkeitsstörung haben.

 

Kann man etwas tun, dass sich die Spermienqualität verbessert?

Es sind schon sehr viele verschiedene Medikamente angewandt worden mit dem Ziel, die Spermienqualität zu verbessern. Leider konnte bisher – ausser bei den seltenen hormonellen Störungen der Spermienproduktion – kein Therapieeffekt bewiesen werden. Gesunde Ernährung und wenig Stress sind ratsam, aber auch hier ist kein direkter Zusammenhang bewiesen worden. Einziger klarer und beeinflussbarer Faktor ist das Rauchen, welches die Spermien schädigt. Wenn ein Mann mit Rauchen aufhört, verbessert sich die Spermienqualität oft schon nach 3-6 Monaten.

 

Was kann man tun, wenn es gar keine Spermien hat im Samenerguss?

Je nach Ursache der sogenannten Azoospermie, können in ca 50% der Fälle in einer Gewebeprobe der Hoden Spermien gefunden werden (= sogenannte TESE), die dann für eine ICSI-Behandlung verwendet werden können. Für eine solche Gewebeprobeentnahme können wir Sie in der urologischen Klinik im Kantonsspital anmelden.

 

Gibt es eine obere Altersgrenze für eine Therapie in Ihrem Zentrum?

Grundsätzlich sollte man über 45 Jahren keine Kinderwunschbehandlung mehr durchführen.
Wo genau die Grenze liegt, muss im Einzelfall aufgrund der Krankheitsgeschichte und der Hormonwerte festgelegt werden.

 

Was geschieht mit überzähligen Embryonen?

Embryonen dürfen in der Schweiz nicht eingefroren werden. Eingefroren werden lediglich die befrucheten Eizellen (=Zygoten). Diese können in einem sogenannten Auftauzyklus wieder verwendet werden. Will das Paar diese nicht mehr brauchen, dann werden sie aufgetaut und sterben ab, wenn sie nicht mehr im Nährmedium sind.



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