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Kinderwunschzentrum Luzern  
Neue Frauenklinik Luzern  
Luzerner Kantonsspital  
6000 Luzern 16  
Telefon 041 205 35 35  
(09.00-12.00 und 14.00-16.30)  
Fax 041 205 35 36  
sprechstunde@kinder-wunsch.ch  
www.kinder-wunsch.ch  
adresse  
trans IVF / ICSI
   
 

ALLGEMEINES

1978 wurde Louise Brown geboren, die als erstes Kind mittels InVitroFertilisation gezeugt worden ist. Seither sind weltweit über 1 Million Kinder so gezeugt und geboren worden.

In der Frauenklink Luzern führen wir seit 1997 erfolgreich IVF und ICSI-Behandlungen durch. Die Anzahl Behandlungszyklen hat stetig zugenommen, im 2006 waren es 196 Zyklen.

> siehe Artikel: Erste künstliche Befruchtung in der Frauenklinik Luzern

 

PRINZIP

Im Gegensatz zur Insemination erfolgt beim IVF (InVitroFertilisation) und beim ICSI (IntraCytoplasmatischeSpermienInjektion) die Vereinigung der aus dem Eierstock der Frau entnommenen Eizellen (=Oozyten) mit den Samenzellen (=Spermien) des Mannes ausserhalb des Körpers im Reagenzglas – eben „ in vitro“ (lat. Vitrum = Glas). Die Verschmelzung des Erbmaterials (=Befruchtung = Fertilisierung) erfolgt dabei genau so selbständig wie sonst auch. „Künstlich“ ist eigentlich nur der Ort, wo die Befruchtung stattfindet. Wir reden deshalb lieber von „Reagenzglas-„ oder „in Vitro-„ als von „künstlicher“ Befruchtung.
Der Unterschied zwischen IVF und ICSI liegt nur in der Art und Weise, wie die Samenzelle in die Eizelle gelangt: Beim IVF dringt eine von vielen Samenzellen selbständig in die Eizelle ein. Beim ICSI wird unter dem Mikroskop eine einzelne Samenzelle mit Hilfe einer Mikropipette (ganz feine Nadel) in die Eizelle eingebracht (injiziert).
Die Spermien können meist über einen Samenerguss relativ problemlos gewonnen werden.  Die Eizellen hingegen müssen über einen kleinen Eingriff von der Scheide her kurz vor dem Eisprung  aus den Eierstöcken abpunktiert werden. Mit Hormonspritzen werden die Eierstöcke dazu angeregt, 10-15 Eizellen zur Reife zu bringen, statt nur einer wie im normalen Zyklus, damit durch den Eingriff gleich mehrere Eizellen gewonnen werden können.
Wenn dann mehrere Eizellen befruchtet werden, kann ein Teil davon eingefroren werden und später in einem sogenannten Auftauzyklus in die Gebärmutter eingebracht werden, ohne dass nochmals komplizierte Hormonbehandlungen nötig sind.
Sollte es keine Spermien im Samenerguss haben, dann können manchmal aus einer Gewebeprobe des Hodens Spermien gewonnen werden (=TESE, testikuläre Spermienextraktion).

Gründe für ein IVF

- Durch Infektionen, Endometriose oder Operationen (Unterbindung oder manchmal nach Blinddarmoperation) irreparabel verschlossene oder in ihrer Funktion eingeschränkte Eileiter

- Männliche Fruchtbarkeitsstörung

- Nach erfolglosen einfacheren Behandlungen der Kinderlosigkeit

Gründe für ein ICSI

- Schwere männliche Fruchtbarkeitsstörung

- Fehlende oder schlechte Befruchtung (=Fertilisierung) im IVF

 

ERFOLGSCHANCEN

Die Chancen für eine Schwangerschaft nach IVF/ICSI sind in erster Linie altersabhängig, entsprechend der altersbedingten Abnahme der Fruchtbarkeit. Sie sind bis 35 J. 30%, bis 40 J 20%, und ab 40 Jahren 10% pro Zyklus mit deutlich abnehmender Tendenz. Natürlich ist die Chance auch von individuellen Faktoren abhängig. Gerne werden wir Sie diesbezüglich beraten.

 

VORGEHEN

Stimulation:
Nach einem auf Sie angepassten Protokoll werden Hormone gespritzt, welche die Eierstöcke zur Bildung von idealerweise 10-15 Eibläschen anregen. Sie oder Ihr Partner werden in der Verabreichung der Spritzen instruiert werden. Mittels regelmässigen Ultraschall- und Blutkontrollen wird das Wachstum der Eibläschen genau überwacht.

med
Ultraschallbild eines stimulierten Eierstockes (ausgemessen ein Eibläschen).

Follikelpunktion:
Nach dem Auslösen des Eisprungs durch die ß-HCG-Spritze, werden die Follikel von der Scheide her mit einer Nadel punktiert und die Flüssigkeit mit den darin enthaltenen Eizellen wird abgesaugt. Dies geschieht in der Regel in einer leichten Narkose (Analgosedation, unter Kontrolle durch ein Anästhesieteam).
Sie werden dazu einen Termin in unserer Tagesklinik erhalten und können einige Stunden nach dem Eingriff wieder nach Hause gehen.

bild eizelle © serono
Von links wird mit der Haltepipette die Eizelle angesaugt, von rechts mit der Injektionspipette die Samenzelle eingebracht.

Befruchtung:
Nach der Punktion werden Eizellen und Spermien in Reagenzgläsern in unserem
IVF-Labor zusammengebracht, bzw. beim ICSI unter dem Mikroskop eine Samenzelle
in die Eizelle eingebracht.

yvonne tellini labor      yvonne tellini labor
24h später kann unsere Biologin sehen, ob und wie viele Eizellen effektiv
befruchtet wurden.

bild eizelle © serono   
Eizelle mit Spermien an der Oberfläche

bild eizelle © serono   
Befruchtete Eizelle (1 Tag nach Entnahme)

bild eizelle © serono   
Embryo im 4 - Zellstadium (2 Tage nach Entnahme, beim Transfer)

Kryokonservierung:
Falls mehr befruchtete Eizellen (=Zygoten, Eizellen im Vorkernstadium) vorhanden sind, als für den Transfer benötigt werden, können diese jetzt eingefroren und in flüssigem Stickstoff gelagert werden. Sie können später in einem Auftauzyklus in die Gebärmutter eingesetzt werden. Die Zygoten dürfen nach der schweizerischen Gesetzgebung maximal 5 Jahre gelagert werden.

Embryotransfer:
 2-3 Tage nach der Punktion werden in der Regel 2 Embryonen in die Gebärmutterhöhle eingesetzt. Dies geschieht über einen sehr dünnen Katheter von der Scheide her und ist schmerzlos.

Schwangerschaftstest:
Am 15. Tag nach dem Transfer wird im Blut das Schwangerschaftshormon bestimmt. Ist das Resultat positiv werden wir 2 Wochen später mittels Ultraschall kontrollieren, ob die Schwangerschaft sich normal entwickelt. Wenn ja, werden die weiteren Schwangerschaftskontrollen bei Ihrer/m Gynäkologin/-en oder Ihrer/m Hausärztin/-arzt durchgeführt. Falls Sie nicht schwanger werden, erhalten Sie einen baldigen Termin in unserer Sprechstunde zur Evaluation der durchgeführten Behandlung und allfälligen Planung eines weiteren Behandlungszyklus.

Auftauzyklus:
Wenn zuvor Eizellen tiefgefroren werden konnten, kann bei Nichteintreten einer Schwangerschaft, oder auch bei neuem Kinderwunsch ein Auftauzyklus durchgeführt werden. Dazu wird entweder die Gebärmutterschleimhaut mit Hormontabletten oder Hormonpflaster gezielt aufgebaut, oder in einem natürlichen oder stimulierten Zyklus der ideale Zeitpunkt für die Einnistung mit Ultraschall- und Blutkontrollen bestimmt. Nach dem Auftauen der Eizellen und den ersten Zellteilungen können wiederum 2 Embryonen in die Gebärmutterhöhle eingesetzt werden.

 

RISIKEN

Insgesamt ist das Risiko einer IVF/ICSI-Behandlung sehr klein, im Vergleich weit unter den Risiken, die  eine Schwangerschaft und Geburt für eine Frau beinhalten.

Risiken für die Frau
Überstimulationssyndrom (die Eierstöcke reagieren mit zu vielen Eiblässchen, was zu einer übermässigen Vergrösserung der Eierstöcke und Wassereinlagerung im Bauch führen kann. Durch genaue Kontrollen kann das Risiko klein gehalten werden. Im schlimmsten Fall ist eine vorübergehende Hospitalisation notwendig), 1%

Auftreten von Blutungen, Infektionen oder Darmverletzung bei der Punktion. < 1%

Die psychische Belastung wird unterschiedlich erlebt, nur wenige beschreiben sie als gross, wir bieten jedoch allen Paaren die Möglichkeit einer psychologischen Begleitung an.

> siehe auch Psychologische Begleitung

Risiken für die Schwangerschaft
etwas mehr Fehlgeburten und mehr Eileiterschwangerschaften als nach spontan eingetretener Schwangerschaft

15% sind Zwillingsgeburten, welche mit höheren Risiken für Mutter und Kinder verbunden sind.

Risiken für das Kind
Aufgrund der aktuellen Datenlage scheinen Kinder, die durch ICSI-Behandlung gezeugt worden sind, möglicherweise ein leicht erhöhtes Risiko für Missbildungen zu haben.

 

KOSTEN

Die Kosten setzen sich zusammen aus einer Pauschale von 3500 CHF (IVF) bzw 3950 CHF (ICSI) und den variablen Kosten für die benötigten Medikamente, welche sich je nach Präparat und Dosierung auf 500 bis 2500 CHF belaufen. Ueber die Unterschiede der Präparate, die Sie wählen können, werden wir Sie gerne beraten. Die Krankenkasse bezahlt leider nichts an eine solche Behandlung.

> siehe auch Kosten

 

Schemata Zeitleisten:

> Schematischer Ablauf IVF / Decapeptyl 0.1

> Schematischer Ablauf IVF / Decapeptyl oder Zoladex Depot

> Schematischer Ablauf ICSI / Decapeptyl 0.1

> Schematischer Ablauf ICSI / Decapeptyl oder Zoladex Depot


   
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